Fanny, meine erste Appenzeller Sennenhündin


Heute Vormittag, 24. Oktober 2007 wurde bei Fanny die Pfote untersucht, sie leckte sich schon ein paar Tag intensiv. Die Diagnose ist für alle Beteiligten hart und traurig. Fanny hat Knochenkrebs. Die Tierärzte haben sie nicht mehr aus der Narkose aufgeweckt.

Fanny durfte 15 ½ Jahre alt werden, sie verbrachte den grössten Teil ihres Lebens bei der Familie R. in Darmstadt, die sehr gut und liebevoll für Fanny gesorgt hat.

Anschliessend möchte ich ein paar Episoden und Fotos im Gedenken an Fanny veröffentlichen.

Nachdem ich mit unserer grossen Rasse viel Pech hatte, beschloss ich einen gesunden Appenzeller zu kaufen.

Ein Appenzeller kommt in unser Haus
Nun hatte ich also einen kleinen "kläffenden bodesurri" gekauft. Oh, wie ich mich getäuscht habe. Es gab zwar Anfangsschwierigkeiten, von denen erzähle ich ein Müsterli, aber sonst begeisterte mich der Appenzeller wie kein anderer Hund. Eines weiss ich ganz sich, ich werde dieser Rasse nie mehr untreu!!!

Als ich Fanny als 10-wöchigen Welpe nach Hause nahm, machte ich meine ersten Erfahrungen mit Appenzellern. Ich wusste eigentlich gar nichts über die Rasse. Ich dachte mir, sie sind wie Grosse Schweizer Sennenhunde, nur kleiner, misstrauisch, gute Wächter usw., genau wie der Grosse auch.

Fanny kroch unters Sofa und beäugte mich misstrauisch. Ich wusste natürlich nicht, dass der Appenzeller zuerst Kontakt mit einer Person aufnehmen muss. Ich machte alles falsch, was man falsch machen kann. Ich bemühte mich, den Welpen unter dem Sofa hervor zu locken. Sie blieb wo sie war, eigentlich kam es mir so vor, als ob wir keinen Hund hätten.

Als mein Mann von der Arbeit nach Hause kam, merkte er gar nicht, dass ein Welpe unter dem Sofa sass. Sein nicht beachten zeigte eine grosse Wirkung auf Fanny Langsam kroch sie zu meinem Mann und beschnüffelte seine Schuhe. Er liess sie gewähren und beachtete sie nicht weiter, das ging so weit, dass Fanny unter dem Sofa hervor kam und meinen Mann mit dem Schnäuzli anstupste. Er hob sie auf und streichelte sie. Ich hatte fast alle Zustände, von ihm liess sich das kleine Biest streicheln, wenn sie mich nur sah, war sie null Komma nichts wieder unter dem Sofa.

So ging das drei Tage lang, mittlerweile war ich ziemlich mit den Nerven fertig. Am Abend als mein Mann wieder von der Arbeit kam sagte ich ihm, entweder der Hund lässt sich jetzt und heute von mir anfassen oder ich bringe sie zurück.

Er meinte dann, gut, wir machen es so, wie mit den wilden Kätzchen. Wir sassen auf dem Sofa, es ging gar nicht lange war Fanny bei meinem Mann. Er hob sie auf und gab sie mir. Fanny fing zu schreien an, es ging in ein hysterisches kreischen über und sie zappelte fürchterlich. Ich sprach nicht mit ihr, ich hielt sie einfach nur fest.

Fanny tobt lange 7 Minuten, ich wollte schon beinahe aufgeben. Mein Mann munterte mich immer wieder auf, sie einfach festzuhalten. Endlich klappte die Schnauze zu, sie war still. Ich getraute mich kaum sie zu kraulen, ganz vorsichtig zuerst nur mit einem Finger, Fanny rollte mit den Augen, sie hat ganz offensichtlich riesige Angst vor mir. Ich hielt sie noch eine Weile fest, bis ich sie richtig streicheln konnte. Dann nahm mein Mann Fanny zu sich und streichelte sie weiter, dann gab er sie wieder mir. Fanny blieb ruhig, sie schrie nie mehr. Von nun an folgte mir Fanny auf Schritt und Tritt, wie es sich für einen richtigen Appenzeller gehört.



Fanny rettet einem Welpen das Leben

Es geschah im Juli 1996, Culla hatte ihren 1. Wurf und die Welpen waren 7-wöchig. Es war Sonntagmittag, die Welpen waren gefüttert und alles war ruhig. Ich setzte mich in die Stube und schaute im Fernsehen einen Film an. Nach einiger Zeit fing Fanny an zu kläffen. Ich rief ihr zu, sie solle still sein. Nur für einen ganz kurzen Moment hielt sie inne und kläffte dann weiter. Ich öffnete einen spaltbreit die Türe und befahl ihr nochmals Still zu sein. Sie kläffte weiter immer durchdringender. Das komische daran war, dass sie in der Hundehütte so laut und durchdringend kläffte. Ich ging dann endlich hinaus und wollte nachsehen was los war. Sie hockte in der hinteren Hütte, ich musste mich hinüberlehnen und da sah ich was passiert war. Ein Welpe hat sich in den Spalt zwischen der Hundehütte und Hauswand hineingezwängt. Sein Kopf lag auf einer Leiste und zwei andere Welpen die ihm gefolgt sind, lagen auf dem Kopf des untersten Welpen, dieser bekam keine Luft mehr und röchelte nur noch. Schnell packte ich zu und zog die Welpen heraus, ich massierte die halb bewusstlose Hündin. Nach einiger Zeit erholte sie sich wieder und begann normal zu Atmen. Wenn Fanny, die selbst nie Welpen hatte, nicht so hartnäckig und ausdauernd gekläfft hätte, wäre die Hündin nach kurzer Zeit erstickt. Fanny hat natürlich für ihr gekläffe eine extra Portion Leckerli bekommen.


Eine verzwickte Lage

An einem schönen Sommertag ging unser aggressiver Ganter Martin auf unsere Hündin Fanny los. Sie wusste, dass sie die Gänse in Ruhe lassen musste. Aber in dieser Notsituation konnte sie nicht anders, als sich wehren. Der Schnellere gewinnt. Fanny schnappte Martin am Hals und hielt ihn fest. Genügend lange, so dass meine Tochter den Fotoapparat einstellen konnte.
Fanny hat sich wahrscheinlich krampfhaft überlegt, wie die verfahrene Situation zu retten sei. Beissen darf sie nicht und loslassen geht auch nicht. Was tun? Nach etwa drei Minuten hat sie dann doch losgelassen und ist wie verrückt weggerannt und in ihrer Hütte verschwunden. Martin hat sich geschüttelt und ist noch ein Stück weit hinter ihr her gerannt. Dann drehte er um, und wollte seine Wut an uns los lassen, auch wir rannten los und brachten uns vor ihm in Sicherheit.



Hirnschlag oder Bandscheiben leiden

Samstag, 23. März 2002
Frau und Herr Richter gehen mit Fanny wie immer im Wald, nahe dem Fussballplatz, spazieren. Plötzlich sackt Fanny zusammen, sie kann die Hinterbeine nicht mehr richtig bewegen und wird zusehends immer apathischer. So schnell wie möglich bringen sie den armen Hund in die Tierklinik, wo sie genau untersucht wird. Die Tierärztin hat es mit der Diagnose nicht leicht, sie zieht zwei Möglichkeiten in Betracht: Hirnschlag oder evtl. Bandscheibenvorfall. Fanny bekommt eine Spritze und ein Aufbaupräparat.
In der Nacht wird es Fanny übel, sie erbricht mehrmals, das Erbrochene stinkt fürchterlich, Fam. Richter bekommen es mit er Angst. Ist sie vielleicht vergiftet worden? Sie überstehen die qualvolle, lange und schlaflose Nacht und schauen immer wieder nach dem bewegungslos daliegenden Hund. Am Morgen ist Fanny ausgeschlafen, munter und läuft wieder ganz normal herum.

Es wurde herausgefunden, dass Fanny beim Fussballplatz, aus weggeworfenen Bier- und Schnapsflaschen die Reste aufgeleckt haben muss. Sie war also total betrunken.
Zum einen waren alle heilfroh und erleichtert, dass nichts schlimmeres passiert ist, zum anderen aber sind wir auch über den Leichtsinn der Fussball Zuschauer enttäuscht, die ihre Abfälle einfach in den Wald werfen.



Fanny macht mit Lovely Milchwerbung, im August 1995



Warum?

Jetzt wollen Sie sicher wissen, warum ich damals Fanny abgegeben habe. Eigentlich habe nicht ich Fanny verkauft. Eines Tages kam ein Telefon von der damaligen Zuchtwartin die mir erklärte, dass sie Fanny verkauft habe und die Leute sich bei mir melden würden.
Und tatsächlich kam ein Telefon aus Deutschland. Herr R. war am Apparat, er hat mir erklärt: Er und seine Frau seien im Pensionsalter und könnten keinen Welpen mehr aufziehen. Sie hätten aber vorher schon einen Appenzellerrüden gehabt.
Sie können sich aber ein Leben ohne Appenzeller nicht vorstellen, und von wo sollen sie einen älteren, gesunden und unverdorbenen Appenzeller bekommen, wenn nicht ein Züchter bereit ist, ihnen einen nicht in der Zucht stehenden Hund zu verkaufen.
Das hat mir eingeleuchtet, Herr und Frau R. haben sich darauf hin für 1 Woche in unserer Nähe einquartiert. Jeden Tag machten sie mit Fanny Ausflüge und Spaziergänge, Fanny gefiel das und sie freute sich R.'s zu sehen. Dann kam der Abschied und Fanny fuhr nach Darmstadt, das war am 15.3.1999



Am 28. Dezember 1999 erscheint im Darmstädter- Echo folgender Bericht:



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Doris Meier

Brünggen 33

8483 Kollbrunn


0041 52 (0)52 503 81 99