Episoden, Beobachtungen, Verhalten von meinen Hunden


 

 

Zarli, Bryan und Zucker 

Bryan, ein 15-jähriger aus der Buchrain Stiftung Russikon, kommt an den Mittwoch Nachmittagen zu den Hunden um mit ihnen Spazieren zu gehen.  

Zarli ist sehr misstrauisch und lässt keine Fremden an sich heran. Bryan bemüht sich um mit Zarli Freundschaft zu schliessen. Bryan fragt ob er ihm ein bisschen Zucker geben darf. Er nimmt ein Zuckerstäbchen und lässt ein bisschen Zucker auf den Boden rieseln. Zarli schaut misstrauisch aber doch interessiert zu. Er kommt und schnüffelt, dabei verflüchtig sich der Zucker, Zarli schaut etwas irritiert. Bryan streut nochmals, diesmal etwas mehr Zucker, auf den Boden und Zarli leckt den Zucker auf.
Daraufhin läuft Zarli weg in die Küche. Nach kurzer Zeit kommt er, schleicht langsam ohne zu schauen an uns vorbei. Ich sehe vorne aus seinem Maul 2 Zuckerstäbchen herausschauen. Ich musste schmunzeln und rufe Zarli zurück, er kommt und gibt mir die 2 Zuckerstäbchen ohne zu zögern.  

Und wieder zeigt ein Hund logisches Denken. Er musste den Zucker vom Korpus herunterholen und er musste wissen was Zucker überhaupt ist und wo der Zucker sich befindet. Er hat zuvor noch nie Zucker bekommen.

Zarli mit dem gestohlenen Zucker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arija: 

Für meine Hunde habe ich  unverwüstliche Kauknochen, die wieder befüllbar sind. Die Hunde lieben sie und warten jeden Tag auf einen gefüllten Kauknochen. Drei Knochen habe ich gefunden und gefüllt. Der vierte ist nirgens zu finden. Also mache ich’s mir gemütlich und schaue den Hunden beim Kauen und Zerren zu. Nach kurzer Zeit kommt Arija, legt einen Meter vor mir einen Kauknochen auf den Boden und schaut mich eindringlich an. Aha, das war der leere vierte Knochen den ich nicht gefunden hatte. Ich fülle ihn und gebe ihn Arija, glücklich läuft sie damit auf ihren Platz.

 

 

 

 

 

Hundeliebe:
Juka ist hochträchtig, es sind noch ca. 5 Tage bis zur Geburt. Beide Hundekörbe in der Stube sind besetzt. Juka steht ratlos da und überlegt wo sie sich nun hinlegen soll. In der anderen Stube wäre sie alleine. Sie gähnt, Lobo steht auf und legt sich auf den Boden neben den Hundekorb, Juka steigt sofort zufrieden in den Korb, dreht sich ein paar Mal und legt sich zum schlafen hin. Lobo ist ihr Hundemann der sich vorzüglich um seine Herzensdame kümmert.


Vertrauen ist gut, Kontrolle besser
Juka’s Welpen sind 5 Tage alt, es sind Besucher aus Deutschland gekommen um die Welpen anzuschauen. Juka ist sehr freundlich zu den Leuten und zeigt auch stolz ihre schönen Welpen. Also die Leute aufbrachen und schon unten beim Zaun angelangt sind, kommt Juka angerannt, stellt sich vor die Leute hin und schaut sie von unten bis oben ganz genau an, dann dreht sie sich um und läuft sofort zurück zu ihren Welpen.  

Zwei Tage später kommt die Wurfkontrolle. Die Kontrolleurin stellt ihr Tasche in der Küche ab. Juka interessiert sich nicht für die Tasche, aber sie drängelt sich zur Kontrolleurin um intensiv gestreichelt zu werden. Nach einer halben Stunde bricht auch die Kontrolleurin wieder auf, Juka springt aus der Wurfkiste und steckt den Kopf in die Tasche. Die Kontrolleurin öffnet die Tasche weit, damit Juka sie ungeniert kontrollieren kann. Nach der Besichtigung geht Juka wieder ganz zufrieden zu ihren Welpen.


Kaj ist um mich besorgt
Ich schlafe tief und fest, vermutlich hatte ich zu warm, auf jeden Fall schaute mein Knie unter der Bettdecke hervor. Plötzlich werde ich unsanft durch stupsen und drücken am Knie geweckt. Ich stelle mich schlafend und lasse mich überraschen. Kaj stösst und drückt mein Bein wieder unter die Bettdecke. Er ist erst zufrieden als die Decke über meinem Bein liegt. Er legt sich daraufhin wieder neben mein Bett und schläft weiter.

Hatte er das Gefühl das ich so krank werde oder bald aus dem Bett fallen würde, oder gehört für ihn das Bein einfach unter die Decke?


Mc Donalds Fernseh-Werbung
Für mich ist das die lästigste Werbesendung. Da klingelts plötzlich sehr schrill wie an der Haustüre. Sänti ist auf dieses Geräusch richtiggehend allergisch. Laut bellend stürzt sie hinaus, natürlich stachelt sie dabei alle anderen Hunde auch auf, die rennen ebenfalls los. Die erste die wieder zurück kommt ist Sänti, sie hat es sich zum Spiel gemacht, die anderen Hunde aufzuscheuchen. Nun kann sie sich auf ihren Lieblingsplatz hinlegen, der zuvor besetzt war.


Sänti, der zuverlässigste Wecker
Wenn am morgen der Wecker schellt, springen die Hunde wie elektrisiert auf und sind parat zum hinausgehen. Wenn ich nicht sofort reagiere, legen sie sich wieder hin und schlafen weiter. Nur Sänti läuft aufgeregt im Zimmer herum, kommt ans Bett, schaut mich eindringlich an, stupst mich mit der Pfote. Wenn das alles nichts nützt, macht sie kurzen Prozess, sie schlüpft unter die Bettdecke und leckt mir die Beine ab. Ja, damit hat sie dann Erfolg und ich stehe auf. Manchmal schaut sie mich dann mit weit geöffnetem Maul an und stösst zufriedene Grunzlaute aus.

 

 

Extrem aufmerksam, schnell und schlau
Meine und alle anderen Appenzeller die ich kenne, sind sehr aufmerksam und haben eine gute Beobachtungsgabe. Aber Sänti ist extrem, da können die Appis nicht mithalten. Wenn ich den Hunden Guetzi verteile, fange ich meistens von rechts nach links an. Alle Hunde stehen in der Reihe vor mir und warten bis ich ihnen das Guetzli hin halte oder zu werfe. Sänti ist immer die erste rechts. So bekommt sie als erste das Guetzli, dann taucht sie ab und stellt sich auf der anderen Seite an. Wenn sie nun merkt, dass ich einem der Hunde ein Guetzli zu werfen will, hechtet sie mit einem Satz nach dem Guetzli kurz vor der geöffneten Schnauze des anderen Hundes schnappt sie das Guetzli und der andere hat das Nachsehen. Sie ist einfach schneller.    
Oder sie steht hinter den anderen und hechtet von da nach vorne, nur ganz selten erwischt sie meine Finger, aber das Guetzli hat sie immer.

 

Kaj, 8 Monate jung  
Damals war Kaj noch bei mir im Junghundtraining, es war der 14. September 2002, spazierte ich mit Kaj einen wunderschönen mit Gras bewachsenen Weg entlang. Kaj forderte mich zum Spielen auf. Da ich kein Spielzeug eingepackt hatte, brach ich von einem Bäumchen das neben dem Weg wuchs, ein kleines Ästchen ab und warf es in die Luft. Das Zweiglein fiel ins hohe Gras und Kaj fand es nicht mehr. Er kam nach einigem erfolglosen suchen auf mich zu und schaute mich fragend an. Ich zeigte ihm meine leeren Hände. Darauf hin trabte er um mich herum, stand an dem betreffenden Bäumchen hoch und angelte sich ein kleines dünnes Ästchen und riss es ab, ganz freudig, weil er nun doch ein Zweiglein hatte, rannte er damit Runde um Runde auf der taunassen Wiese.

 

Tauschen, 23. September 2002
Heute ist Besuch aus Ungarn gekommen. Die Leute brachten für ihren Welpen Öcsi ein Hundekörbli und ein Spielzeug (Fadenknopf) mit. Das Körbchen mit dem schön farbigen Spielzeug stellte ich in die Stube. Am folgenden Tag, sah ich wie Kaj mit dem neuen Knopf nach draussen verschwand. Kurz darauf kam er wieder und hatte seinen alten, dreckigen, schon mehrmals vergrabenen Fadenknopf im Fang und trabte in die Stube.  Neugierig ging ich nachschauen, ich fand das dreckige Spielzeug in Öcsi’s neuem Körbli. Kaj hat einfach die beiden Spielzeuge ausgetauscht. Nun spielte Kaj  draussen mit Juka und dem neuen, schönen Knopf.


(Auch mit seinen 12 Jahren liebt Kaj seine Fadenknöpfe immer noch)

 

Debby  
Mutter und Tochter
Langsam geht es gegen Weihnachten. Meine beiden Appenzeller Sennenhündinnen, Culla und ihre Tochter Debby, sind hoch trächtig. Die beiden verstehen sich gut. Am 16. Dezember war es bei Debby so weit: Sie bekam sechs gesunde und hübsche Welpen. Culla schaute neidisch auf die Wurfkiste und wollte Debby immer verdrängen. Endlich am 21. Dezember, war es auch bei Culla so weit. Leider ging es nicht so gut wie bei Debby. Culla brauchte einen Kaiserschnitt. Mitten in der Nacht um 1.00 Uhr mussten wir notfallmässig zum Tierarzt. Einem der Jungen war die Nabelschnur um den Kopf gewickelt. Dieses Tier war seit Tagen abgestorben. Das zweite, ein Rüde, hatte wohl zu viel Narkosemittel abbekommen und überlebte nicht. Aber das dritte, ein Weibchen, war gesund. Es war bei der Geburt allerdings nur 290gr schwer. Wir fuhren nach Hause, Culla war noch von der Narkose benommen und fror. Ich richtete die Wärmelampe auf Wurfkiste und bettete Culla mit ihrer kleinen Tochter hinein. Als alles still war, ging ich um 4 Uhr ins Bett.

Ich konnte aber nicht schlafen, denn wer weiss, was da alles passieren konnte, wenn die Hündin noch nicht wieder richtig wach war, bei starken Nachwehen den Welpen zu Tode scharrt oder sich auf ihn legt, ohne es zu merken. Ich stand wieder auf, es war inzwischen 5.30 Uhr. Als ich zu Cullas Wurfkiste komme, ist nur noch das Kleine allein darin. Debby aber lag traurig neben dem Tisch – und Culla? Die lag in Debby’s Wurfkiste, die schönen grossen Welpen an ihren Zitzen und war glücklich und zufrieden.

Culla war sich gewohnt in dieser Ecke, wo nun Debby’s Wurfkiste stand, ihre Jungen aufzuziehen. Also legte ich Debby’s Welpen in die andere Wurfkiste und schickte Debby zu ihren Jungen. Culla aber bettet ich in ihre gewohnte Ecke und gab ihr ihr Junges in der Meinung, dass es so gehen müsste. Aber es funktionierte nicht. Piepste ein Welpe von Debby, raste Culla sofort hin und schaute nach dem Rechten. Debby knurrte und wollte ihre Ruhe. Die Situation war unbefriedigend. Mir kam die Idee, die Welpen zu teilen, denn Culla hatte sowieso zu viel Milch für nur ein Junges. Also gab ich Culla zwei von Debby’s Welpen. So sollte es gehen. Doch nein, nun rannte Debby bei jedem Quicken zu Culla’s Wurfkiste.

Was für ein Theater! Ich musste mir etwas anderes einfallen lassen. Ich schnappte also Debby’s Welpen, legte sie in Culla’s Nest und befahl Debby, sich dazuzulegen. Die zweite Wurfkiste stellte ich weg. Und siehe da – es funktionierte perfekt! Die beiden Hundemütter säugten alle Welpen, machten keine Unterschiede zwischen eigenen und fremden, und die Welpen hatten Milch im Überfluss. Sie pendelten von einem Euter zum anderen.

 

 

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Doris Meier

Brünggen 33

8483 Kollbrunn


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