Das Wesen



Das Wesen des Appenzellers ist das Resultat seiner jahrhunderte langen Verwendung im Alpengebiet. Er ist sehr temperamentvoll und ausdauernd. Seine Anpassungsfähigkeit und Beobachtungsgabe für Mienenspiel und Körpersprache seines Meisters ist rassetypisch.
Die harten Bedingungen in den Bergen und die teilweise schonungslose Selektion haben diese Rasse zu sehr wetterfesten, in der Ernährung unkomplizierten und wenig krankheitsanfälligen Hunden gemacht. Fremden gegenüber ist er eher misstrauisch. Durch seinen angeborenen Wach- und Schutztrieb und dem eher geringen Jagdtrieb wird er Haus und Familie mit grosser Verlässlichkeit bewachen.

Wer sich einen Appenzeller Sennenhund ins Haus holt, sollte sich bewusst sein, dass er sich einen lebhaften, temperamentvollen, oft ungestümen, dafür umso treueren und anhänglicheren Hund ausgelesen hat. Er sollte sich aber auch im Klaren darüber sein, dass er diesem Hund eine konsequente Erziehung und Führung bieten muss. Gerade das ist bei diesem sehr selbständigen Hund sehr wichtig. Bietet man ihm dies nicht, so übernimmt er die Führung. Quecksilber ist der richtige Ausdruck für sein Temperament. Und davon hat er eine ganz gehörige Portion. Mit seiner enormen Sprungkraft hat er schon manch einem bei einer stürmischen Begrüssung einen schmerzhaften Kinnhacken verpasst.

Er ist sehr ausdauernd und verfügt über eine ausgeprägte Beobachtungsgabe. Darüber hinaus ist er sehr anpassungsfähig. In der Erziehung benötigt der Appenzeller meist nur kurze Befehle. Er lernt sehr schnell.

Die meisten Appenzeller lieben das Wasser, das kann so weit führen, dass sie nicht mehr aus dem Wasser kommen wollen.

Der Appenzeller reagiert sehr sensibel auf ungerechtfertigtes Strafen und häufig ist er auch sehr eifersüchtig. Dies zeigt sich, wenn der Besitzer einen anderen Hund streicheln will, so drängt er sich dazwischen und will stets an erster Stelle sein.

Seine bevorzugten Eigenschaften sind wohl: Treue, Ergebenheit, Wachsamkeit, Neugierde, sein überschäumendes Temperament und seine ausgesprochen hohe Intelligenz.

Die veränderten Umwelt- und Haltungsbedingungen stellen heute an die Hunde andere Anforderungen, als an den einstigen Treib- und Hütehund.
In der heutigen Zucht sollen einerseits die ursprünglichen Wesenseigenschaften weitgehend erhalten werden, andererseits aber auch den heute teilweise grossen nervlichen Belastungen denen ein Hund ausgesetzt ist, Rechnung getragen werden.
Die Zielsetzung der Rassehundezucht orientiert sich heute daher nicht mehr nur am Formwert des Hundes, sondern muss auch ein hohes Mass an Wesenssicherheit gewährleisten.

Man findet den Appenzeller vermehrt in allen Sporthundesparten wie: Lawinen-, Rettungs-, Katastrophen-, Therapie-, Schutz-, Such-, Fährten- und Familienhund,sowie im Nutzhundebereich als Blindenführhund.

 

Seit es Hundesport gibt, ist der Appenzeller Sennenhund auch an vorderster Front mit dabei. Egal, ob als Begleithund, Schutzhund, Sanitätshund, Katastrophenhund, Agility, Obedience, Therapiehund, Blindenhund oder als Hörhund. Es gibt wohl keine Sparte, in welcher nicht mindestens schon ein Appenzeller Sennenhund erfolgreich ausgebildet wurde.

Der erste Blindenführhund war der Appenzeller Sennenhund Farso v. Brünggberg. Aktuell wird der erste Appenzeller Sennenhund, Skyla v. Brünggberg,  in der Schweiz zum Hörhund ausgebildet.

Umso erstaunlicher sieht eigentlich die heutige Realität aus. Immer wieder zeigt sich, dass viele Übungsleiter mit der Art des Appenzeller Sennenhundes überfordert sind. Schnell  einmal ist da die Rede vom falschen, hinterlistigen, gar dummen Appenzeller. Nur weil nicht verstanden wird, was der Hund mitteilen will. Es fängt bereits in der Welpenspielstunde an. Der Appenzeller-Welpe ist ein Rabauke. Er geht nicht gerade zimperlich mit seinesgleichen um.  Im Erziehungskurs fällt er meist auf, weil er selten ruhig neben seinem Hundeführer sitzen kann. Warten ist für ihn eine schwierige Aufgabe. Der junge Appenzeller braucht viel Abwechslung in der Ausbildung. Ist er dann etwas älter und man gehr einer hundesportlichen Ausbildung nach, kommt einem meist die schnelle Auffassungsgabe dieses Hundes in die Quere. Er ist ein sehr guter Beobachter und lernt rasch auswendig. Schnell passiert es, dass er sich in Folge einer Unterforderung langweilt. Seinen Frust entlädt er dann meist stimmlaut und forsch. Es kann schon mal vorkommen, dass er seinen Hundeführer in den Arm kneift. Gerade Rüden entladen dann oft ihren Frust an anderen Rüden.

Ein Appenzeller ist sehr schnell für eine Arbeit zu begeistern. Dabei spielt es weniger eine Rolle, um was es sich handelt, als dass er es mit und für seinen Meister tun kann. Seinen Arbeitsdrang in die richtigen Bahnen zu lenken, benötigt Fingerspitzengefühl. Zu erkennen, wann es an der Zeit ist, ihn in seinem Drang zu bremsen, Feingefühl.


Labradore (schwarz)mit Schabracke und Appenzeller Sennenhunde im Führgeschirr

Appenzeller bei der Arbeit.

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Doris Meier

Brünggen 33

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