Das Ziel dieses Seminars war:
„Wie und für Wen werden unsere Hunde aufgezogen?“
1. Tag Workshop: „Was ist sehende
Begleitung – was muss beachtet werden – welche Pflichten hat man?“ Grundtraining für unsere Welpen mit kleinem
Postenlauf altersgleicher Junghunde.
2. Tag
Unter der Dunkelbrille durch
Augst und Augusta Raurica
Treffen mit Führhundehaltern
Workshop: Konditionieren eines
gewollten Verhaltens – Wie man „Verstärker“ anwendet.
Beschwichtigungssignale,
Aggressionsleiter
Unterordnungsspiele in Gruppen
3. Tag
Gruppentraining entlang des
Wanderweges zwischen Sissach und Lausen.
Erfahrungsaustausch zum
Welpengitter, Info’s, Tipps und Ticks
Olympiade der Unterordnung
Offene Runde
Tag 1
Postenlauf: Beim 1. Posten ging es darum, dass unsere
Junghunde mit uns einen Slalom um mehrere Pfosten herum machen und uns sehr
nahe und unverzüglich folgen.
Für Walko war
diese Übung kein Thema, er läuft sowieso bei mir am Knie, ob ich nun langsam
oder schnell laufe.
Beim 2. Posten
mussten wir einen freien Abruf machen. Der Junghund macht ein „sed resta“ und
wir entfernen uns ca. 10-15 m, der Junghund bleibt brav sitzen, dann rufen wir
ihn ins „piede“ Walko hat das beim 2.
Anlauf perfekt geschafft.
Beim 3. Posten
bekam jeder Teilnehmer eine Dunkelbrille. Ein Instruktor verteile vor uns
in der Wiese „postos“. Nun ging es darum, dass posto zu finden, und unseren Hund darauf
„sed“ machen zu lassen, und später ins „a terra“. Dann wurden wir durch die
Gruppe geführt, der Hund sollte nun mit uns gehen ohne mit den anderen Hunden
Kontakt auf zu nehmen, an der Leine zu zerren oder herum zu schnüffeln. Auch diese
Übung haben wir ganz gut gemeistert.
Tag 2
Mit dem Bus
wurden wir nach Augst gefahren, und dort in 2er Gruppen eingeteilt. Nun musste
ein Partner den anderen durch die Ausgrabungsstätte führen und erzählen was er
sieht. Ich lief zuerst unter der Dunkelbrille. Willy erzählte laufend wo wir
gehen und wie die Landschaft aussieht, dann blieb er stehen und las mir von
einer Tafel geschichtliches aus der Römerzeit vor. Willy nahm ohne Hund am
Seminar teil. Er wollte zuerst schnuppern und sich dann entscheiden ob er einen
Hund aufziehen will. Er bekam als Ersatz einen grossen Deutschen Schäferhund
der bei Roland in der Ausbildung war. Dem Hund gefiel es aber bei uns gar
nicht, er suchte Roland, er zog in alle Richtungen und quitschte während der
ganzen Zeit. Ich versuchte mich auf Willy zu konzentrieren, das fiel mir aber
sehr schwer, da die Ablenkung sehr gross war.
Bald
wechselten wir und ich führte Willy den Weg entlang und erzählte ihm wie die
Arena aussah.
Nach einer Weile wurde ich von Nadine abgeholt.
Sie drückte mir einen Langstock in die Hand. Ich musste mich über den Platz
tasten und den Wanderweg finden. Walko lief wunderbar neben mit her, ohne zu
ziehen, ich war froh, so konnte ich mich ganz aufs Tasten konzentrieren. Dann
kamen Treppenstufen, ich glaube es waren immer 4 Stufen dann kurz gerade aus
und wieder Stufen. So ging es mehrere Minuten durch den Wald abwärts.
Unten angekommen wurde ich an Barbara
weitergereicht. Ohne den Langstock musste ich unter der Dunkelbrille weiter
gehen. Walko übernahm jetzt die Führarbeit. Er lief sehr schön leicht vor mir,
zügig voran. Das beeindruckte nicht nur mich sondern auch Barbara, sie lobte
uns, weil wir so sicher unterwegs waren und Walko weder schnüffelte, noch nach
rechts oder links zerrte.
Dann durfte
ich die Dunkelbrille wieder abnehmen und weiter spazieren bis zum nächsten
Posten. Dort musste ich auf meinen Partner Willy warten. Er musste dann unter
die Dunkelbrille, die Leine im linken Arm und gleichzeitig ein Tablett mit
einer halbvollen Petflasche darauf, so sollte ich ihn durch den Slalom führen.
Die Flasche flog schon mehrmals hinunter bevor wir überhaupt gestartet sind. So
ging das nicht, ich sagte er soll das Tablett in die rechte Hand nehmen und den
Hund links führen. Ich halte ihn dann am Arm und führe ihn durch den Parcour.
Das hat wunderbar geklappt, obwohl der Schäferhund an der Leine zog und immer
noch nach Roland ausschau hielt.
Wir durften
weiter spazieren, bis zu Swen, unsere Hunde mussten eine Treppe anzeigen, auch
das war für Walko kein Problem.
Weiter gings
durch’s Dorf, dann nach rechts zum Castelen, dort stetzten wir uns auf die
Treppenstufen und wurden von Peter über die Führarbeit im Geschirr instruiert.
Lansam war es Zeit um zum Parkplatz zurück zu kehren um anschliessend nach
Liestal zu fahren.
Für die Hunde
war „Feierabend“, sie durften auf der grossen Wiese spielen. Danach mussten sie
brav im Seminarraum warten ohne zu stören.
Am Abend gab
es nochmals in kleinen Gruppen Unterordnungsspiele, einen Spaziergang für die
Grösseren und die Kleinen durften ins freilauf Gehege.
Tag 3
Schon am Morgen wurden wir mit dem Bus nacht Sissach gefahren. Entlang
des Wanderweges nach Lausen gab es wieder Unterordnung in verschiedenen Gruppen.
Dazwischen auch Freilauf und abrufen aus dem Spiel heraus.
Am Nachmittag
war Workshop / Wie lehren wir einem Hund was er machen soll / Erfahrungsaustrausch
zum Welpengitter, und offene Runde.
Wir sind jetzt schon ein paar mal im Coop einkaufen
gegangen. Walko muss lernen schön neben dem Wägeli zu laufen, nicht in den
Gestellen zu schnüffeln, nichts zu stehlen, nirgends hinauf zu stehen.
Heute, 24.1. haben wir die
Gelegenheit ergriffen und eine Rolltreppen Verweigerung gemacht. In der
Schweiz dürfen Hunde generell nicht auf Rolltreppen. Blindenhunde müssen
dann eine normale Treppe oder den Lift suchen. Soweit sind wir aber
noch nicht, erst muss er lernen, dass er mir nicht bedingungslos
hinterher läuft und selbstständig Handeln darf und muss.
Er hat das sofort begriffen und auch sofort reagiert und gesperrt, er hat sich super schön geweigert weiter zu gehen.
Also Lob gibt es eben nur ein begeistertes "brava". Dann habe ich
ihn auf den Arm genommen und die Treppe, neben der
Rolltreppe, hinuntergetragen.
In einigen Tagen werden wir die gleiche Rolltreppe nochmals zu
begehen versuchen, dann sehe ich ob er die Lektion gelernt hat, oder ob
ich es ihm nochmals zeigen muss.
Er möchte jetzt auch jeden Tag auf's Tavo. Er steht mit den Vorderpfötchen hinauf und wartet bis ich ihn hochhebe.
Walko ist nun alt genug, er ist 15-wöchig. Für ihn beginnt
nun der Ernst des Lebens. Angefangen wird mit der Tavo-Arbeit. Das Tavo ist ein
Tischchen, H 60 x B 50, L 70 cm.
Wir arbeiten auf dem Tavo weil es für den Junghundtrainer
bequemer ist, wir müssen uns nicht immer zu dem Welpen hinunter bücken, und
weil dieses bücken wegfällt, üben wir auch keinen Druck auf den Welpen aus.
Auf dem Tavo lernt er die gebräuchlichstn Kommandos wie
sitz, platz, warten, steh, rechts-umkehrt. Wir benützen dazu die Internationale
Sprache für Blindenhunde, ein leicht abgewandeltes italienisch, also sed, a
terra, resta, ferma, ritor.
Warum italienisch? Die Sprache ist weicher und melodiöser.
Im deutschen enden die meisten Hörzeichen mit einem Zischlaut, platz, sitz,
fuss, rechts, links. Im italienischen, kann der Welpe die
Wörter viel besser unterscheiden.
Im ganzen muss er 38 Hörzeichen lernen. Später kommen dann
noch x-beliebige Fernziele dazu.
Auf dem tavo lernt er nicht nur Hörzeichen zu befolgen, das
Tavo ist auch der Pflegetisch. Da
wird der Hund massiert, die Ohren kontrolliert, die Zähne,
Zunge, zwischen den Zehen usw. Er wird so gleichzeitig auf einen Tierarztbesuch
vorbereitet, und geht dann gerne auf dem Behandlungstisch, weil er das zu Hause
als sehr angenehm kennen gelernt hat.
Bei den Ohren kann ich riechen ob der Hund eine
Ohrenentzündung hat und mit dem Finger so weit es geht in den Gehörgang
greifen. Reagiert der Hund nicht, dann ist alles in Ordnung.
Wir Sehenden können einfach hineinsehen, ist das Ohr rot und dreckig
deutet das auf eine Entzündung hin. Eine sehbehinderte- oder blinde Person muss
es riechen und ertasten. Mit den täglichen Übungen wird das für den Hund
Routine und er liebt es.
Die Pfoten werden zwischen den Zehen abgetastet, er muss lernen
das Maul zu öffnen und stillhalten, mit der anderen Hand wird die Zunge
umgedreht, um darunter zu schauen (mit den Fingern natürlich, es könnte sich
ein Stück Holz verkeilt haben)
Am Schluss der Übung macht der Welpe schon ein siesta, er ist
entspannt und schläfrig.
Mit 7-wöchig werden die Welpen einem Wesenstest unterzogen. Ein Blindenhund-Instruktor spielt mit dem Welpen, denn auf dem Spieltrieb wird die Ausbildung aufgebaut, schaut ob er schreckhaft oder geräuschempfindlich ist. Dazu gehört auch die Schussfestigkeit. Er darf keine Angst haben und muss sich mutig den verschiedenen Testpunkten stellen.
27. Oktober Siro Labrador, Ulana, Kaj, Arija, Cher, Brünggi, vorne die Schilthündin Sänti
4. September, Sänti hält noch einen Sicherheitsabstand zu den "neuen Grossen"
18. August, nun ist es soweit, Übermorgen verlässt uns Opal, er darf nach hause um dort wieder seine geliebte Führarbeit zu übernehmen.
oben: Ulana, Opal, Cher und Brünggi unten: Arija, Kaj und Debby
9. August, Die Gruppe ist etwas kleiner geworden. Opal muss noch länger bei uns bleiben, sein blinder Meister hatte einen Rückfall und muss zuerst wieder gesund werden, bevor Opal nach hause kann. Wir wünschen baldige und gute Besserung!
Opal, Kaj, Brünggi, Debby, Cher, Ulana und vorne Arija
25. Juli, Rüdenrudel, im Moment müssen die Rüden und Hündinnen getrennt werden, da Ulana noch läufig ist.
Opal, Kaj, Siro (Labrador) und Brünggi
Hündinnen-Rudel, oben Ulana und Cher, vorne Debby, Arija und Brava.
6. Juli unten: Kaj, Brünggi, Arija, oben: Opal, Cher und Ulana, Debby fehlt, sie ist mit meinem Mann zur Arbeit gefahren
28. Juni Besuch von Quincy auf den Stühlen: Quincy, Opal, Kaj unten: Ulana, Cher, Arija, Brünggi und Debby
25. Juni
24 Juni heute ist noch Siro zu uns gestossen. Nochmals: auf den Stühlen: Opal, Brünggi, Cher, unten: Kaj, Ulana, Arija, Siro, vorne: Veila, Debby und Bärli
22. Juni 2010 auf den Stühlen: Brünggi, Opal und Cher, unten: Arija, Kaj, Ulana, Welpe Bärli, und Debby